Editorial

Zeit haben          Ist es Tatsache oder unterliegen wir
einer irrigen Meinung, dass die Menschen noch nie so
unter Zeitdruck standen wie heute? Schon die Kinder -
Schule, Sport, Musik - später Familie - Beruf, Aktivferien,
Fitness - Senioren - Reisen, Wandern, Geselligkeit aller Art.
Vor noch nicht allzulanger Zeit erstreckte sich der Schul und Berufsalltag über sechs Tage in der Woche. Im Haushalt gab es noch nicht so viele Fertigprodukte und die Handarbeit überwog. Auch im Alter forderte der Lebensunterhalt noch Einsatz, im Garten oder für Gelegenheitsarbeiten.

Zeit nehmen        Keine Zeit, diesen Spruch hören wir
tagtäglich, doch was heisst das, keine Zeit? Oft wird es
gebraucht, wenn es um nicht messbare Arbeit geht, wie
zuhören, teilnehmen am Leben der anderen, Freude teilen.
Keine Zeit macht uns kalt und einsam. Wie wohltuend ist
es, sich Zeit nehmen zu können für Ruhe, Lesen, einfach
Nichtmüssen und Nichtstun.

Zeit schenken      Und doch gibt es sie noch, die Menschen, die nicht im stressigen Strom mitschwimmen. Sie schenken sich die Zeit zum Auftanken, und es ist ihnen
ein Bedürfnis, sie auch denjenigen zu schenken, die warten
im Altersheim, im Spital, oder Gestrandete, die Hilfe in
Form von Zeit benötigen. Aber auch mit Freiwilligenarbeit
wirken sie aktiv in Kirche und Vereinen.


 
Lotti Uehlinger und Christel Röthlisberger