Titelseite_jahresheft_2015

Editorial


Ganz verschiedene Frauen haben wir in diesem Jahresheft über Vorbilder zu Wort kommen lassen. Ist es Zufall? Zur Zeit stosse ich immer wieder auf die Frage nach Vorbildern. Auf eine, wie mir scheint bemerkenswerte Aussage bin ich in einem Interview gestossen. Auf die Frage, was bedeuten Ihnen Vorbilder? Antwortete der Geschäftsmann: „Vorbilder sind in jungen Jahren wichtig, Man kann von Erfolgen und Misserfolgen anderer Menschen viel lernen. Später muss jeder seinen eigenen Weg finden.“ Meine Erfahrung ist aber auch, dass junge Menschen oft eher Idole haben. Musiker, Sänger, Sportler oder Filmgrössen, die sie verehren , ihnen aber nicht nacheifern. Idole verehren ist nicht ungefährlich, kann ein junger Mensch doch in seinem Selbstwertgefühl, das er unbedingt braucht, in der Zeit der Ausbildung und Persönlichkeitsfindung, behindert werden. Eine weitere Erfahrung ist, dass sehr wohl auch Erwachsene und ältere Menschen Vorbilder haben, oder sie sind Vorbild für viele andere: Wie Frau Breuer, die mit 87 Jahren sich noch engagiert für die Evang. Frauenhilfe einsetzte und souverän die letzte GV geleitet hat. Einen wichtigen Beitrag schreibt eine alleinerziehende Mutter, die obschon getrennt von ihrem Mann, ihren Kindern Vorbild sein möchte. Einem Vorbild nacheifern, kann Mut, Kraft, Kreativität und Können beflügeln. Vergessen wir aber nicht, was Gloria Gayon so treffend singt: „I am, what I am“, ich bin, was ich bin! – und darf es auch sein. Lotti Uehlinger


Lotti Uehlinger