Editorial

Schon Generationen vor uns hatten unterschiedliche Meinungen, was eine Familie sei oder wie sie sein sollte. Die Ansicht, richtige Familie heisse „Mutte zuhause, für Erziehung der Kinder und Haus verantwortlich, Vater für den Lebensunterhalt“ ist nicht erst in der heutigen Zeit im Wandel.

Die Theologin Eva Baumgardt schreibt dazu: “Es gibt kein
biblisches Ideal nach dem wir uns strecken müssten“.


Sogar die Patchworkfamilie, wie wir sie heute kennen, gab
es schon in vorchristlicher Zeit und Frauen und Mütter, die sich veränderten Lebenssituationen anpassten.
Doch die Familien, in die wir geboren werden, sind unsere
Wurzeln, sie prägen uns und unser Familienbild, auch wenn
sich die Familienstrukturen ändern.

Von ganz verschieden gelebten Familienformen erfahren
wir aus den wenigen nachfolgenden Berichten. Jede dieser
Familienmütter hat ihre Rolle gefunden in der sie zufrieden
ist, auch wenn sie sich nicht immer wohl fühlt und oft an Grenzen stösst. Aber die Erfüllung ihrer Vorstellung, ihr Leben als Familie so und nicht anders zu gestalten und zu leben, macht ihr Freude und gibt ihr die nötige Kraft. Verschwiegen wird nicht die dunkle Seite, wenn das,was Partnerschaft sein sollte, von Gewalt beherrscht ist; in dieser Beziehung ist wohl die heutige Zeit der Vergangenheit etwas voraus, Hilfe darf und soll beansprucht werden.


 
Lotti Uehlinger